| |
Nach wie vor behauptet der Kugelblitz seine Rätselhaftigkeit, was wohl hauptsächlich auf die fehlende Forschung auf diesem Gebiet zurückzuführen ist.
Anstatt daß die bezeugte Vielfalt äußerst bemerkenswerter Phänomene des Kugelblitzes zum Anreiz intensiver Forschung würde, nimmt die Wissenschaft das Thema Kugelbitz mehr oder weniger nicht zur Kenntnis. Teils verdrängt man gar das Phänomen mit der "bewährten" Methode des Negierens, daß es den Kugelblitz überhaupt nicht gäbe, wobei die teils phantastisch klingenden Erlebnisberichte der Augenzeugen eher als Beweis ihrer optischen Täuschung, Unglaubwürdigkeit bis hin zur Unzurechnungsfähigkeit ausgelegt werden. Wissenschaftler sind also auch heute noch - nur Menschen. So wird der Kugelblitz fast zu einem Ärgernis.
Nun stellt uns der Kugelblitz mit seiner Erscheingungsvielfalt in der Tat vor eine außerordentliche Herausforderung. Bislang konnte wohl keine theoretisch und formelmäßig abgeleitete Deutungshypothese dieser Vielfalt gerecht werden. Diese Theorien verstanden unter dem Kugelblitz mehr oder weniger nur ein leuchtendes Gebilde und mißachteten dabei den eigentlich interessanten Aspekt, nämlich das Vermögen hoher Energiespeicherung, welche offenbar bis in Größenordnungen kleiner Sprengladungen reichen kann. Welche Kugelblitz-Hypothese wird denn den vielen Berichten gerecht, die uns von grell blendenden explosionsartigen Detonationen berichten, begleitet von langen, aus dem Kern herausschießenden Lichtblitzen und nicht unerhebliche Zerstörungen hinterlassend? Um ähnliches erzeugen zu wollen, bräuchte man schon einige bis viele Gramm Sprengstoff.
Wir wollen hier indes keine neue Deutung entwickeln, sondern uns vielmehr zum Anwalt der alten Uberlegungen machen, der Kugelblitz könnte einer. elektro-magnetischen Ringwirbel darstellen. Als Erzeugung könnte man sich bspw. das Aufrollen eines Linienblitzes als Folge einer Instabilität gekoppelt mit dem magnetischen Eigenfeld vorstellen. Eine rotierende Stromstärke von insgesamt 105 A - 108 A wäre auf diese Weise durchaus denkbar, ebenso die Induktion der Energie des Initialblitzes (einige 100 kWh) in. den Ringwirbel im Rahmen weniger Promille entsprechend einen Energieäquivalent von einigen 100 g TNT. Hiermit könnte der Kugelblitz einerseits seine Energieverluste über viele Sekunden decken, wäre aber auch in der Lage, die verbleibende noch gespeicherte Energie (zu einer lnstablität gestört) plötzlich in einer Detonation freizusetzen. bei dieser Explosion wäre zu erwarten, daß die gespeicherte Enerqie sowohl in Form mechanischer Druckenergie als auch in Form elektrischer Entladung frei würde.
|